Flores medical - multisonic - Inhalation mit Ultraschall

Transplantations-Medizin

PULMONALE HYPERTONIE IN DER TRANSPLANTATIONS-MEDIZIN

Im Zusammenhang mit der Transplantation von Herz oder Lunge kann es postoperativ aufgrund unterschiedlicher Pathomechanismen zur Erhöhung des pulmonal-vaskulären Widerstandes kommen. Diese Widerstandserhöhung spielt eine zentrale Rolle im primären Transplantatversagen des jeweiligen Organs. Sie kann in Grenzen therapeutisch durch Veränderung am Beatmungsregime (Hyperoxie, Hyperventilation) beeinflusst werden.Beim Einsatz von Vasodilatatoren ist auch im Bereich der Transplantations-Medizin eine selektive Deposition in der Lunge entscheidend. Inhalatives Iloprost hat unter kontrollierten Studienbedingungen eine signifikante Wirkung auf den pulmonalen Gefäßwiderstand (PVR) gezeigt. Der Erfolg des Studienprojektes hat zur Zulassung des inhalativen Applikationsweges für Iloprost bei Formen der chronischen pulmonalen Hypertonie geführt.Außer mit inhalativem Iloprost gibt es publizierte Erfahrungen mit der An-wendung von NO und Epoprostenol nach Transplantation, wobei die pul-monale Widerstandssenkung unter inhalativem Epoprostenol gegenüber intravenösem Nitroprussid ausgeprägter und mit der unter NO vergleichbar war.

Terminale Linksherzinsuffizienz/Herztransplantation:
Patienten vor geplanter Herztransplantation mit pulmonaler Hypertonie bei terminaler Linksherzinsuffizienz erhielten im Zuge der präoperativen Evaluierung der pulmonalen Gefäßreagibilität nacheinander inhalativ NO und Iloprost.Unter Iloprost war die Senkung von pulmonalem Druck und Widerstand gegenüber NO signifikant stärker ausgeprägt, wobei die hämodynamische Wirkung pulmonal selektiv war und der systemische Widerstand unbeeinflusst blieb. Auffällig war, dass, vergleichbar zu Untersuchungen bei PAH, auch bei diesen Patienten eine höhere Responderrate unter Iloprost und paradoxe Druck- und Widerstandsanstiege unter NO zu verzeichnen waren. Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz scheinen auch von der Langzeittherapie mit inhalativem iloprost im Sinne des Bridging-to-Trans-plant-Konzeptes zu profitieren.Im gleichen Patientengut gab es Hinweise auf eine mögliche positiv inotrope Wirkung von inhalativem Iloprost. Dieser auch präklinisch eruierte Effekt könnte im Zusammenwirken mitderzytoprotektiven Prostanoidwirkung und dem Einfluss auf die pulmonale Hämodynamik für die stabilisierende Wirkung nach orthotoperOrgantransplantation mitverantwortlich sein.Kasuistiken berichten über den erfolgreichen Einsatz von inhalativem Iloprost in klinisch kritischer Situation nach Herztransplantation bei Versagen anderer Therapieoptionen.Iloprost wird von den Autoren als hämodynamisch wirksamere, praktikablere und sicherere Alternative zu NO bewertet.

Transplantatkonservierung:
Zytoprotektive und antientzündliche Effekte bedingen, dass der Zusatz von Iloprost zum Konservierungsmedium die Ischämietoleranz eines Organtransplantates verbessern kann. Für die Nierentransplantation ist dieser Effekt durch eine plazebokontrollierte Studie belegt. Für die Lungen- und Inselzelltransplantation sind ebenfalls positive Resultate publiziert. Der Therapieerfolg nach Hauttransplantation kann durch intravenöse Gabe von Iloprost positiv beeinflusst werden.

Lebertransplantation:
Bei orthotoper Lebertransplantation kann es in der Reperfusionsphase zu einem Anstieg der pulmonalen Blutdruckwerte kommen. In einer randomisierten kontrollierten Untersuchung führte die inhalative Gabe von NO bzw. Iloprost zu einer signifikanten Senkung des mittleren pulmonal-arteriellen Druckes im Vergleich zur Kontrollgruppe. Im Vergleich zu NO war die Wirkung nach Iloprost-lnhalation noch nach mehreren Stunden nachweisbar.